Frühlingsgefühle mit Vanessa Amann
Datum: 04/04/2017
Autor: Vanessa Amann

Die einen erfreuen sich ab dem wieder erwachten Vogelgezwitscher, andere wiederum geniessen die zusehends längeren Tage. Dann gibt es wieder welche, die in dieser Zeit die Pollen der Frühblüter verfluchen oder über Frühjahrsmüdigkeit klagen.

Ich für meinen Part konnte dem Winter sehr viel abgewinnen, ganz besonders als Frau Holle aktiv wurde und eisige Temperaturen in den folgenden Wochen uns die Schneepracht länger als nur einen Augenblick geniessen liessen. Dafür nahm ich gar das morgendliche Schnee­schaufeln mit einem Achselzucken in Kauf.

Nun aber zurück zum Lenz:  Natürlich habe auch ich die ersten warmen Sonnenstrahlen mit grosser Genugtuung aufgesogen, und ich freue mich enorm über die stetig länger werdenden Tage. Es erwachen dabei verschwunden geglaubte Lebensgeister wieder aus ihrem Winterschlaf.

Der neu zurück gewonnene Tatendrang möchte ich jedoch nicht für den alt hergebrachten Frühlingsputz nutzen … den lasse ich lieber im Winterschlaf.

Nein, lieber lasse ich mich kulinarisch von den Frühlingsdüften inspirieren – die Lust nach leichten, frischen Noten ersetzt den Appetit auf herzhafte, wärmende Eintöpfe. Der erste Bärlauch spriesst – höchste Zeit, um die Wälder zu durchstreifen und zu Hause Platz für das Pesto-Lager zu schaffen.

Der blosse Gedanke an all die saisonalen Köstlichkeiten lassen mein Herz höher springen. Die letzten Fasnachts-Kiechli wurden aus den Verkaufsregalen geräumt, um den ersten Rhabarber-Kuchen Platz zu machen – welch zart schmeckende Verführung.

Wie ihr unschwer erkennen könnt, zählt das Kulinarische zu einer meiner Leidenschaften … stundenlang könnte ich Kochbücher wälzen und mich von den farbigen Bildern inspirieren lassen. Gemüse schnippeln haben auf mich eine meditative Wirkung, bei der ich schön entspannen kann.

Auch in sportlicher Hinsicht werden aktuell grad wieder die Rollen getauscht. An Ostern lasse ich nochmals die Kanten der Skier aufblitzen, um sie nachher endgültig in den Tiefen des Kellers zu versenken. Das Mountainbike und die Jogging-Schuhe nehmen für die nächsten Monate deren Platz ein.

Gerüstet mit Windbreaker und  Notgroschen habe ich schon viele Hügel erklommen. Die Genugtuung und Freude bei der Einkehr am Gipfelstübli überwiegen definitiv die Strapazen und den Schweiss des Aufstiegs … wie heisst es so schön: ohne Fleiss, kein Preis.

Ein künftiges Ziel sind die Alpenrouten – aber das spare ich mir für die Sommermonate … und so hat wirklich jede Saison ihren Reiz.