Interview mit CEO Benny Fasnacht
Datum: 31/01/2017
Autor: Janine Kuhn

Fasnacht & Partner ist jetzt 25 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!
Was hat dich vor 25 Jahren dazu bewegt, die Firma zu gründen?

Ich hatte in den USA Film studiert und bin vor 25 Jahren zurückgekommen. Eine Agentur, wie ich sie mir vorgestellt hatte, gab es damals hier in der Region noch nicht. Deshalb habe ich Fasnacht & Partner gegründet.

 

 

Ich wollte in der Region Basel tätig sein, weil ich hier verwurzelt bin. Basel ist eine tolle Stadt mit wunderschönem Einzugsgebiet. Und von hier aus kann man nationale sowie internationale Kunden bedienen.

Hattest du vorher schon Erfahrung in der Kommunikationsbranche gesammelt?

Ja, ich habe meine Ausbildung in dieser Branche gemacht. Und zwar habe ich in einer der damals grössten Basler Agenturen die Lehre als Grafiker absolviert. Danach habe ich bereits sehr jung als Art Director gearbeitet. Mit 25 ging ich schliesslich in die USA, um dort Film zu studieren.

 

Du hast ja in den USA Film studiert. Wie wolltest du diesen Bereich in deiner Tätigkeit gewichten? Die Schweiz ist ja kein klassisches Filmland. Hattest du hier eine besondere Vorstellung?

Natürlich wollte ich Film in meine Arbeit einfliessen lassen. Deshalb bin ich in die USA gegangen. Um das Handwerk bei denen zu lernen, die wissen wie man die Suppe kocht.

Die anderen Kommunikationsinstrumente sind aber genauso wichtig wie der Bereich Film. Mir war es deshalb ein Anliegen, dass ich alles anbieten kann. Sei es eine Drucksache, ein Film oder auch ein Event. Ich wollte dem Kunden das bieten, was er braucht. Und nicht unbedingt das, was uns mehr Gewinn bringt. Wir haben uns dann immer darauf ausgerichtet und dort die Manpower ausgebaut, wo wir Aufträge erhalten haben.

Somit gewichtet eigentlich der Kunde meine Arbeit und nicht ich selber.

 

Was war damals deine Vision? Wo wolltest du mit Fasnacht & Partner hin? Was waren deine Wünsche, Träume und Ziele?

[Schaut verträumt in die Luft] Der Traum von damals war es, dass wir unter einem Dach alle Disziplinen in der Kommunikation anbieten können. Dass wir in Haus umsetzen können, was wir den Kunden auch anbieten. Ich wollte die verschiedenen Kompetenzen sowie die benötigte Manpower und Infrastruktur unter einem Dach vereinen.

Mir war es auch wichtig, ein guter Arbeitgeber zu sein und das beste Personal um mich zu haben. Und auch das Domizil, an welchem wir sein dürfen, ist ein wahrgewordener Traum. Es ist ein sehr kreativer Ort.

Und ebenfalls wichtig ist natürlich, dass wir tolle, treue Partner und Kunden haben. Dieser Wunsch ist ebenfalls in Erfüllung gegangen, denn die ältesten Kunden sind auch seit 25 Jahren bei uns und teilweise mit uns zusammen grösser geworden. Dass diese Kunden über die Zeit Treue gehalten haben, war natürlich auch ein Wunsch von mir.

 

 

Gab es in der Anfangsphase besondere Herausforderungen und Schwierigkeiten, die du meistern musstest?

Ja, natürlich. Das sind für jedes Unternehmen immer etwa die gleichen.

Am Anfang war das Finanzielle eine grosse Herausforderung. Als ich von Amerika zurückkam, hatte ich nämlich kein Geld mehr, weil ich alles in die Ausbildung investiert hatte. Ich habe dann die Firma als One-Man-Show gegründet und konnte mir in diesem Haus hier ein Zimmer mieten. Anfangs war das Geld immer recht knapp und ich kam nicht so schnell voran, wie ich es mir gewünscht hätte. Das verdiente Geld habe ich jeweils in die Firma investiert, sei dies für neue Mitarbeiter oder für Infrastruktur. So konnte ich beispielsweise jährlich ein weiteres Zimmer in diesem Haus dazu mieten, bis ich schliesslich nach 10 Jahren die Chance bekam, es zu kaufen.

Ebenfalls eine grosse Herausforderung war die Kundenakquisition. In der Anfangsphase muss man zuerst einmal beweisen, dass man gut ist. Gerade anfangs ist es schwierig, auf gute Kunden zu stossen. Ich hatte das Glück, dass ein paar ganz wichtige Kunden von Anfang an dabei waren, die jetzt also schon seit 25 Jahren mit uns zusammenarbeiten.

 

Wie wurde aus der im 1991 gegründeten klassischen Werbeagentur die heutige Full-Service Agentur mit den Schwerpunkten Film und Event?

Wir hatten von Anfang an eine eigene Filmproduktion im Haus. Das war damals etwas Einzigartiges in der Region. Daher waren wir eigentlich nie eine klassische Werbeagentur, sondern mehr als das. Wir waren damals schon eine Full-Service Agentur, die alles angeboten hat.

Wenn wir für einen Auftrag die erforderlichen Ressourcen nicht im Haus hatten, holten wir uns das Know-how extern dazu. Auch heute ist das noch so, beispielsweise im Internet-Bereich. Wir erstellen zwar das Konzept und übernehmen die Gestaltung selber, aber das Programmieren überlassen wir schliesslich den Spezialisten. Oder wenn wir für grössere Filmprojekte noch Unterstützung brauchen, können wir die auch extern herbeiziehen. Wenn man nämlich einen guten Pool von Freelancern hat, kann man fast jedes Projekt realisieren.

Im Film haben wir einen Schwerpunkt, weil bewegte Bilder immer mehr an Bedeutung gewinnen. Durch das Internet können grössere Datenvolumen in Kürze verbreitet werden, was diesem Medium die perfekte Plattform bietet.

Der Schwerpunkt im Bereich Event ist dadurch bedingt, dass Events ebenfalls an Relevanz gewonnen haben, weil sie das Pflegen von Kunden- und Mitarbeiterbeziehungen ermöglichen. Jeder Event muss bis ins letzte Detail durchgeplant und organisiert sein und beansprucht somit viele Ressourcen.

Wir haben uns also dorthin entwickelt, wo uns der Kunde gebraucht hat und bieten auch heute noch alle Services an.

 

Wie gehst du als Unternehmer mit dem täglichen Stress um? Wo lädst du deine Batterien wieder auf?

Also Stress… [zögert kurz] Ich würde die Arbeit nicht als Stress bezeichnen.

Es gab zwei Mal in diesen 25 Jahren Phasen, in welchen es finanziell sehr knapp wurde. Einmal war das kurz nach Beginn des Irakkriegs. Da waren wir als Agentur noch relativ jung, hatten aber schon einige Mitarbeiter. Da man nicht wusste, wie es mit der Wirtschaft weitergeht, wurden viele Projekte auf Eis gelegt. Wir hatten beispielsweise einige Projekte für die Reisebranche am Laufen, welche besonders stark von den Auswirkungen betroffen war.

Solche Momente sind der eigentliche Stress für den Unternehmer. Wenn man nicht weiss, ob die Liquidität reicht, um diese schwierige Zeit zu überstehen.

 

 

Aber sonst ist die Arbeit für mich kein Stress in dem Sinne. Wenn ich jetzt an dieses Jahr denke, hatten wir sehr viel zu tun. Oft habe ich weitaus mehr als 8 Stunden am Tag gearbeitet. Aber trotzdem sehe ich das nicht als Stress, sondern als viel Arbeit. Ich habe das Glück, das zu machen, was eigentlich mein Hobby ist, was ich wirklich leidenschaftlich gerne mache. Ich bin Grafiker, ich bin Filmer, ich bin jemand der Geschichten erzählt. Das machen zu dürfen, ist eine grosse Genugtuung für mich und lädt meine Batterien eigentlich automatisch auf.

Aber es gibt natürlich schon Aktivitäten, die mir helfen, die Batterien aufzuladen. Ich reise sehr gerne, um meinen Horizont zu erweitern. Ich gehe auch gerne zurück in die USA und besuche dort Freunde in Kalifornien. Dass ich mich mit Freunden, Familie, Mitarbeitenden oder allgemein kreativen Leuten austauschen kann, das lädt meine Batterien zusätzlich auf.

 

 

Und was ebenfalls sehr wichtig für mich ist natürlich der Sport. Ich charge meine Batterien eigentlich dort, wo andere sich völlig verausgaben. Ob das jetzt beim Marathon ist, beim Schwimmen oder bei langen Velotouren. Das gibt mir immer neue Energie.

 

Ist deine Vision heute noch die gleiche? Oder hast du ein neues Ziel vor Augen?

Die Vision ist heute effektiv noch die gleiche wie damals.

Ich denke nach wie vor, dass wir uns immer am Kunden orientieren und uns darauf ausrichten müssen. Wenn man das nicht macht, dann hat man – gerade in der heutigen dynamischen Zeit – keine Überlebenschance. Man wird zum Dinosaurier – und das wollen wir ja nicht sein.

Von dem her habe ich eigentlich keine konkreten, neuen Ziele vor Augen. Mein Hauptziel ist immer noch, dass wir mit einer extrem jungen, frischen Crew von Mitarbeitenden vorwärtsgehen. Ich möchte meinen Mitarbeitenden einen tollen Ort bieten, an welchem sie aus dem Vollen schöpfen und ihre Kreativität ausleben können.

 

Wo siehst du Fasnacht & Partner in 25 Jahren?

Wo ist die Firma in 25 Jahren. Also am 50-Jährigen. [überlegt]

Ich sehe, dass das 50-Jährige gefeiert wird. Dann ist ja gerade etwa meine Pension soweit [lacht vergnügt]. Ich denke, dass dann eine neue Generation die Firma übernommen hat und weiterhin diesen Erfolg ausbaut. Für mich ist natürlich ein Wunsch damit in Erfüllung gegangen, dass Sarah und Morris beide hier im Haus arbeiten und sich für die Firma engagieren.

Ich denke, dass bewegte Bilder noch viel stärker gebraucht werden in Zukunft, damit man Geschichten emotional rüberbringen kann. Somit sehe ich in 25 Jahren einen noch stärker vertieften Schwerpunkt im Bereich Film.